Mehr als nichts aber weniger als etwas

Manchmal bin ich einfach. Fühle nichts. Nicht mich, nicht die Welt, nicht andere um mich herum. Leere allein erfüllt in solchen Momenten mein Sein (dass sich das reimt, fände ich eigentlich lustig aber ich spüre nicht einmal den Hauch eines Schmunzelns in mir aufsteigen). Leider passiert mir dieses „Manchmal“ sehr häufig. Man könnte sogar sagen, dass dies meine Grundeinstellung ist, wenn ich nicht gerade von Gefühlen eingenommen werde. Dieses Nichts fühlt sich so richtig unangenehm an. Eben nach etwas und gleichzeitig nach nichts. Irgendwie stelle ich mir vor, dass sich ein rohes Ei genau so fühlen muss. Nicht fähig auch nur das Geringste aktiv zu bewirken in der Welt, umherschwappendes Inneres, das von niemandem gesehen wird, bis dann endlich die Schale aufgeschlagen wird. Im Kontrast zu den starken Emotionen, die ich sonst kenne, fühlt sich dieses Nichts fast schmerzhaft an. Und das schlimmste ist, dass sich diese einnehmende Leere nicht auffüllen lässt. Nicht durch Aktivitäten, nicht durch Ablenkung, nicht durch Alkohol, nicht durch Gesellschaft. Alle Versuche, mich wieder zu spüren, zu wissen, dass ich lebendig und fühlend bin, enden mit noch mehr Leere. Sie lässt sich kaum ertragen, ist alles ergreifend und lähmend. Meistens liege ich dann einfach da und starre die Wand an. Oder die Luft vor mir. Manchmal stundenlang. Es ist nicht so, dass ich meinen Alltag in solchen Phasen nicht mehr bewältigen könnte. Das kann ich sehr wohl. Nur fühlt es sich dabei an, wie wenn ich innerlich tot wäre. Ich führe meine Tätigkeiten roboterhaft aus und warte dabei auf winzige Anzeichen von Leben in mir drin. Das klingt jetzt wahrscheinlich dramatisch aber auch das spüre ich gerade nicht. „Weiss nicht.“ ist in diesen Zeiten meine Antwort auf alle Fragen. Nicht, weil ich überlegen müsste, sondern weil ich es wirklich nicht weiss. Ich weiss nicht, was ich will. Ich weiss nicht, wie es mir geht. Ich weiss nicht, was ich heute tun möchte. Ich weiss nicht, was ich gerade denke. Ich weiss nicht, was ich gerade fühle. Nichts eben. Aber das ist schwierig zu beschreiben.

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