„…aber das kann ja auch gut sein…“

Wie ich solche Phrasen hasse. Versteht mich nicht falsch, positives Denken ist wichtig und den Fokus auch mal weg von Problemen zu lenken genauso. Was ich aber als absolut scheinheilig erachte, ist, wenn dysfunktionale Dinge ständig (!!!) so verdreht werden, dass sie ihre Dysfunktionalität verlieren. Logisch, man kann in jedem Mist auch etwas Gutes sehen (wenn man denn die Persönlichkeit dazu ist) aber das heisst noch lange nicht, dass man das auch muss! Für Menschen, welche die Scheisse gerne einfach braun und stinkend sehen, kann man völlig an der Empathie vorbei schiessen, wenn plötzlich Ressourcen betont werden, wo vorher keine waren. Erstens ist es ein Schlag ins Gesicht der (scheinbar falschen) Selbstwahrnehmung und zweitens ist es invalidierend as fuck. Ihr merkt, ich bin wütend. (An alle ressource-lovers und positive-thinkers da draussen: Das bedeutet, ich schaffe es gerade meine Gefühle zuzulassen und das ist ein wichtiger Schritt <3).
Klarifikation:
Wenn ich trinke, dann gebe ich mich nicht dem Genuss des vollmundigen Weins hin: Ich besaufe mich.
Wenn ich rauche, dann gönne ich mir nicht meine monatliche Gelegenheitszigarette: Ich zeige meiner Lunge, was ihr in der Hölle drohen wird.
Wenn ich stampfend den Tisch verlasse, dann nehme ich mir nicht selbstbewusst Raum für mich: Ich gehe wutdurchflutet Dinge zerstören.
Wenn ich für alle koche, dann bin ich nicht fürsorglich: Ich kralle mir die Möglichkeit, kalorientechnisch optimale Werte zu erhalten.
Wenn ich nicht aufhören kann zu essen, dann gönne ich mir nicht ‚endlich wieder einmal etwas Gutes‘: Ich verliere die Kontrolle über mich.
Aber dreh’s doch, wie du willst…

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