Föck it

Irgendwie vermehren sich im Moment die verschissenen Tage… Da sind zum Beispiel solche, an denen man weinend in der Personaltoilettenkabine sitzt und sich fragt, ob man nicht besser als Patientin in der Klinik wäre. Aber das ist man nicht. Man ist Praktikantin. Man ist eine zu Tode betrübte, dünnhäutig weinerliche, sich selbst bemitleidende Psycho-Tante, die Psychologin spielt. Dann sind da auch jene, an denen man bis auf’s Äusserste geladen in den Gängen herum eilt und sich dem unglaublich lauten Gequietsche der eigenen Schuhe komplett ausgeliefert fühlt. Als ob sie hinter einem her laufen und volle Kanne in den Arsch kicken wollten. Man ist aber professionell und tut so, als ob man wüsste, wohin man läuft. Bei jeder Ecke biegt man aber mental in die entgegengesetzte Richtung ab, sucht sich den schnellstmöglichen Weg aus der Klinik und rennt ca. 25 Kilometer nach Hause, nur damit man mit dem Gesicht ins Kissen gedrückt, stumm vor sich hin schreien kann. Dann sind da noch welche, an denen man sich wie ein Fremdkörper fühlt, der im Team geduldet werden muss, weil man eben ein gutartiger Fremdkörper ist, den man nicht operativ entfernen muss, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Ein gutartiger Fremdkörper, der es eigentlich nur gut meint, der eigentlich nur gemocht werden will und dennoch bleibt, was er ist: Ein Stück nicht dazugehörendes Etwas.

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