Anderswerdung

Hier stehe ich jetzt also. Also eigentlich sitze ich aber das ist nicht der springende Punkt. Der besteht nämlich darin, dass sich alles (wirklich ALLES!) komplett am verändern ist in meinem Leben. All meine mühsam aufgebauten Konstanten sind gerade dermassen unkonstant (inkonstant? dekonstant?), dass ich mich frage, weshalb ich die letzten Jahre so viel Energie in deren Aufbau gesteckt habe. Ich fühle mich von der Zeit getrieben, suche verzweifelt nach einer Richtung, die sich Zukunft nennt und finde aber nur Baustellen, die unüberwindbar scheinen. Egal wohin ich renne, immer steht plötzlich eine rot-weisse Schranke vor mir, beschriftet mit den Worten „Betreten auf eigene Gefahr“. Dahinter ein Chaos aus Bauteilen, halbfertigen Gebilden, Gruben, Hügeln, Maschinen, Lärm und Ungewissheit. Wenn ich einen dieser abgesperrten Pfade wähle, dann bedeutet das Veränderung. Und Veränderung bedeutet Anderswerdung. Nichtgleichbleibung. Alleingelassenheit? Das Problem ist, es gibt momentan scheinbar NUR solche Pfade. Wenn ich aber keinen wähle, bedeutet das Stillstand. Und Stillstand bedeutet Aushalten und länger aushalten kann ich leider nicht. Deshalb entscheidet meine emotional sehr brenzlig gewordene Situation für mich. Sie wählt den Sprung ins kalte Wasser, den Schritt ins gefühlte offene Verderben. Und ich gebe zwingendermassen nach und lasse mich mitreissen. Ich nehme loser werdende Bindungen, berufliche Neuorientierung und seltsame Begebenheiten in Kauf, lasse die Veränderungen zu und verändere mich mit ihnen.

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