Entfremdungsgeschichten

„Ich bin mir relativ sicher, dass das, was Sie da erleben, keine psychotischen Episoden sind. Es geht zwar ein bisschen in diese Richtung aber es sind eher so Entfremdungsgeschichten. Und die gehen so schnell vorbei, wie sie gekommen sind.“

Beruhigung: Check ✅

Trotzdem ist es unglaublich mühsam, dass sich solche Entfremdungsgeschichten bei mir immer ein bisschen häufen, wenn es auf die Ferien meines Psychiaters zugeht. So wie in den letzten Wochen. Und naja, jetzt hat er Ferien. Und ich habe Entfremdungsgeschichten. Aber ich habe auch ein neues Medikament, das diese Entfremdungsgeschichten bei Bedarf ein wenig abmildern kann. Ein Medikament, das ausserdem meinen steigenden Temesta-Konsum im Zaum halten sollte. Ein Medikament, das verdammt starke Kopfschmerzen verursacht. Aber immerhin ein Medikament und nicht gar nichts.

Mittel und Wege: Check ✅

Aber auch im Wissen, dass ich ein Notfall-Mittel zur Hand hätte und dass diese Phasen jeweils nur kurz andauern, fühlt es sich WÄHREND einer solchen Phase einfach nur schrecklich an. Als ob die Welt von einer Sekunde auf die andere zu einem Alptraum geworden wäre, mit mir mitten drin. Alles wirkt fremd und unecht und mein Verstand beginnt an der Realität zu zweifeln. Wie in aller Welt soll ich, wenn ich mich in einem solchen Film befinde, auch nur ansatzweise an meine Medikamente denken? Oder daran, mir zu sagen, dass es wieder vorbei geht?

Klarer Verstand: Nope ❌

Aber immerhin bin ich nicht psychotisch. Und Dr. Freud kehrt ja schon bald wieder zurück.

Nur noch eineinhalb Wochen durchhalten: Check ✅

Ein Kommentar zu „Entfremdungsgeschichten

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