Kimberly

Scheinbar passiert es häufiger als man so denkt, dass ein Zwilling im Bauch verschwindet. Da hört man dann so Sachen wie „Zwilling im Bauch gefressen“ oder „Absorbierter Zwilling im Mutterleib“. So viel ich weiss, ist es aber eher eine Art Verschmelzen mit der Plazenta… Klingt alles nicht so toll, wenn man dieser zum Tode geweihte Zwilling ist. Bzw. ist man dann der „gar nicht erst zum Leben geweihte“ Zwilling… (Glücklicherweise stehe ich bei diesem Battle auf der Seite der Überlebenden.) Wir haben sozusagen das „Zwillings-Gen“ in der Familie. Viele Verwandte von mir sind „gezwillingt“, mein Vater und meine Tante sind Zwillinge und ich sollte ursprünglich auch einer werden. Mein Zwilling ist dann aber auch plötzlich verschwunden und dann war ich da noch allein für den Rest der Schwangerschaft. Und jetzt habe ich mich natürlich gefragt, ob die ganze Geschichte irgendwelche Auswirkungen auf meine Psyche gehabt haben könnte. Geht mir zwar fast ein bisschen zu weit in den Esotherikbereich aber trotzdem finde ich die Überlegung interessant. Denn gemäss gewissen Menschen, sind die Auswirkungen auf die Psyche enorm. Verlassensängste, innere Anspannung, emotionale Instabilität, Beziehungsunfähigkeit, Identitätsprobleme, Leeregefühle und und und. Was soll ich da schon gross dazu sagen, ausser dass davon alles auf mich zutrifft? Was bringt es mir? Genau. Nichts. Wo mein Zwilling genau hin ist, keine Ahnung. Vielleicht verschmolz er wirklich mit der Plazenta, vielleicht habe ich ihn gefressen. Das klingt für mich wahrscheinlicher, so wie ich mich kenne. Ob er jetzt noch irgendwo in mir ist? Vielleicht lebt er als zweite Identität in mir und deshalb fühle ich mich manchmal dermassen Identitäts-diffus… Was ich mir aber tatsächlich sehr häufig überlege, ist, dass er vielleicht irgendwo anders zur Welt gekommen ist, also quasi eine Seelenwanderung gemacht hat. Und weil es da tatsächlich einmal einen Vorfall gab in meinen Kindergarten-Zeiten, bei dem eine Doppelgängerin von mir die Hauptrolle spielte, klingt das für mich ebenso plausibel, wie wenn ich den Zwilling einfach gefressen hätte. Die Doppelgängerin lief damals plötzlich im Restaurant meines Vaters umher und meine Mutter (die mich gerade in den Kindergarten gebracht hatte) packte mich panisch und redete auf mich ein, wie gefährlich es doch sei, einfach so aus dem Kindergarten zu verschwinden und allein quer durch die Stadt zu laufen. Erst als dann die Mutter der Doppelgängerin sie davon abhalten musste, ihr Kind einfach so zu entführen, merkte sie, dass ich das gar nicht war. Sie haben dann Fotos verglichen. Sogar das Kind hat sich gefragt, wie es auf diesen Fotos abgebildet sein kann, ohne jemals so fotografiert worden zu sein. Lange Rede kurzer Sinn: Sie sind nicht etwa auf die Idee gekommen, Nummern auszutauschen, damit ich später die Möglichkeit gehabt hätte, meine Neugier zu stillen und zu überprüfen, ob da ein zweites Ich umherläuft. Nein, sie sind einfach getrennte Wege gegangen und finito. Die Doppelgängerin heisst übrigens Kimberly…

Ein Kommentar zu „Kimberly

  1. Und die Medizin erzählt einem was von „selten“… Wir haben damals gleich aussehende Menschen in unserem Freundeskreis bemerkt. Von 5 Personen, hatten wir 4 gefunden und das auch noch im Umkreis von 50km. Nur von einem haben wir bisher keine identisch aussehende Person gefunden.

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