Ein Versuch

In den letzten Wochen beschäftigte mich ständig ein verdammt aufdringlicher Gedanke. Gibt es wirklich Menschen, die einem schaden, einfach in dem sie sind, wie sie sind? Nach all dem schmerzhaften Grübeln muss ich diese Frage wohl oder übel mit Ja beantworten… Ich habe mich zuerst extrem dagegen gewehrt, weil ich einfach nicht so böse sein wollte und jemandem unterstellen, er würde mir nicht gut tun. Aber so ist es. Es gibt Menschen, die das Kränkste in mir zum Vorschein gebracht haben und es mit ihren „im Prinzip hilfreichen“ Sprüchen und ihren „von Herzen gut gemeinten“ Handlungen nur verstärkt haben. Ohne es zu wollen natürlich. Und diese Leute habe ich viel zu nah an mich herangelassen und dadurch nicht gemerkt, wie viel Schmerz sich hinter der Fassade einer Freundschaft aufgebaut hat. Über Jahre. Erst als sie plötzlich verschwunden sind, habe ich festgestellt, dass das Leben von einer Sekunde auf die andere leichter geworden ist. Und erst nachdem Wochen ohne diese Fassade vergangen sind, habe ich gemerkt, dass meine innere Kritikerin sehr oft die Gestalt dieser Menschen annimmt. Und jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich mir erlaubt habe, jemandem die Schuld zu geben, der nicht ich selber bin. So mache ich das normalerweise nicht. Und diese Schuldgefühle sind wohl der Grund, weshalb es für mich normalerweise leichter ist, mich selber zu verfluchen für all das Negative, das ich fühle. Vielleicht ist das jetzt ein Versuch, mir selber zu vergeben? Oder vielleicht bin ich einfach ein schlechter Mensch. Ich habe mich noch nicht entschieden.

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