Von Eulen und Lerchen

Ich finde es faszinierend, wie krass sich mein Schlafrhythmus über die Jahre verändert hat. In meiner Jugend war ich meistens bis nach Mitternacht wach und kam morgens trotzdem irgendwie aus dem Bett. Dann kam die Uni und damit der Wechsel zu den chronischen Aufsteh-Problemen. Die Zeitspanne, die ich morgens im Bett verbrachte, wurde von Jahr zu Jahr länger. Ich war eine Eule wie sie im Bilderbuch steht und fand mich damit ab, für immer und ewig in der Nacht zu leben. Dann folgten Schlafstörungen der brutalen Sorte und mit ihnen unzählige Versuche, eine Lösung zu finden und mir einen gesunden Rhythmus anzutrainieren. Das war, kurz gesagt, nicht erfolgreich. Im Nachhinein kann ich zugeben, dass es mir damals wohl einfach zu schwer fiel, mich morgens in den A* zu treten und aufzustehen, denn schliesslich ist ein früheres Aufstehen meistens ein harter aber nötiger Einstieg in eine Besserung. Es hat bei mir aber eine psychische Krise des Grauens und die Hilfe von Medikamenten gebraucht, um den Kreislauf zu durchbrechen. Aber auch damit blieb das Aufstehen am Morgen eher ein schwieriges Thema. Wenigstens der Schlaf war aber repariert. Es folgte eine depressive Phase, in der ich damit begann, früher schlafen zu gehen und durch mein damaliges Praktikum auch früher aufzustehen. So hat sich die ganze Dynamik ein bisschen verschoben. Mit dem Umzug verstärkte sich dann diese Verschiebung in Richtung Lerche, so dass ich mich nun seit ein paar Monaten relativ stabil zu den Vögeln zählen kann, die den Wurm fangen (höhö sie hat vögeln gesagt).

Und jetzt? Tja, jetzt liege ich völlig energielos auf dem Sofa und versuche Zeit totzuschlagen, damit endlich 20:30 Uhr ist, damit ich ohne schlechtes Gewissen mein Schlafmedi einwerfen und ins Bett gehen kann. Ich bin also entweder alt, Schlaf-süchtig oder unterwegs in eine depressive Phase. Die ersten beiden sind es definitiv nicht. Gute Nacht!

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