Klartext 6: #metoo

Vorneweg: Natürlich glaube ich DIR sofort, dass DU die Ausnahme der Menschheit bist und das alles nicht machst. Noch nie hattest du auch nur diesen kleinen aber deutlichen Impuls, dir den Finger in die Nase zu stecken. Noch nie hast du genüsslich mit dem Nagel deine Nasenwand abgeschabt. Kleine getrocknete Krüstelchen entfernt. Das lustige Kitzeln gespürt, wenn dich die Erleichterung über den abgeworfenen Ballast durchströmt hat. Noch nie hast du dir den flüssigen Rotz an den Kleidern abgewischt oder schlicht zwischen den Fingern zerrieben, bis er nicht mehr da war (Magie?). Und vor allem (und da bist du sicher niemals im Leben unbemerkt auf frischer Tat ertappt worden) hast du dir nach dem Popeln noch nie den frisch getunkten, salzig-würzigen Finger in den Mund gesteckt und abgeschleckt. Nein, DU nicht. Das macht man nicht. Ist ja sooo eklig. Es gibt da schon so einige (Un)dinge, die wir alle tun und trotzdem abstreiten. Mit alle meine ich natürlich nicht wirklich alle sondern eben nur viele mehr als es zugeben würden. Die meisten möglicherweise? Oder vielleicht nur viele. Ist ja eigentlich auch egal. Der Punkt ist: Wir verhalten uns manchmal menschlich. Und gleichzeitig haben wir aber auch ein Image, welches es aufrecht zu erhalten gilt. Kulturelle Normen, die wir zu befolgen haben. Da kommt uns dieses Menschliche nicht wirklich gelegen. Zumindest nicht, wenn es sich dabei um menschliche Verhaltensweisen handelt, die von Menschen nicht gerne gesehen werden. Weil unhöflich. Oder weil eklig. Da wäre zum Beispiel das Popeln. Aber auch den beinahe ununterdrückbaren Impuls die eigenen Finger zu beschnuppern, wenn sie mit etwas Neuem oder etwas Riechendem in Kontakt geraten sind. Sei es auch nur der altbekannte eigene Schweissgeruch. Den riecht man immer wieder gerne. Wer ist nach dem Essen nicht schon apathisch herumgesessen und hat sich den überraschend lange anhaltenden Geruch der Gewürze (Knoblauch hmmm) praktisch mit dem Nasenstaubsauger von den Fingern gesaugt? Wer lässt schon seine Pickel mit weissen Mittelpunkten unangetastet vergehen? Wer hatte noch nie ein Erfolgsgefühl, wenn der prall gefüllte Pickel nur durch eine federleichte Druckberührung gleich explodierte und bis an den Spiegel spritze? Wer hat noch nie so lange und intensiv etwas aus einem Zahnzwischenraum zu kratzen versucht, dass die Entspannung beinahe mit Händen greifbar war, als sich das Restchen dann endlich löste? Und da gibt’s noch viel mehr. Das Kratzen der Handinnenflächen mit den Schneidezähnen. Das Reinigen der dreckigen Fingernägel mit den sauberen Fingernägeln. Das Bestaunen des eigens produzierten 💩 in der Toilettenschüssel. Das stille Geniessen des Geruchs eines selbstgemachten Furzes. Vielleicht schiesse ich mir mit diesem Beitrag selbst ins Bein, vielleicht haben meine Worte aber auch was Wahres an sich. Wer weiss das schon. Ausser du, du elender Dreckspatz 😉

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