Bei aller Liebe…

…zur Tiefenpsychologie. Aber das geht so doch nicht! Es gehört bei dieser therapeutischen Richtung zwar dazu, dass die festgelegten Therapie-Termine eine hohe Verbindlichkeit haben. Dementsprechend wird verpassten Sitzungen einiges an Gewicht verpasst: Jede nicht wahrgenommene (sowie jede wahrgenommene) Sitzung hat eine Bedeutung. Diese wird analysiert und bearbeitet. Da ist ja soweit nichts Schlechtes dran. Dass auch äussere Umstände wie z.B. Zugausfälle in die Katehorie „ein Teil von dir wollte das vielleicht unbewusst so“ fallen, kann schon eher kritisiert werden, lasse ich aber auch noch durchgehen. Aber wenn ich eine Sitzung eine Woche im Voraus (!) absage, weil auf der Arbeit ein unverschiebbarer Termin dazwischengekommen ist und diese Sitzung dann trotzdem aus Prinzip als „versäumte Konsultation“ verrechnet wird, dann läuten bei mir die Alarmglocken. Und genau das ist mir passiert. Und nein, all meine Einwände haben nichts genützt. Und wenn ich sage „alle“, dann meine ich auch alle. Von Ansprechen des Gesetzes und der 48h-Regel bis hin zu Apellen an den gesunden Menschenverstand bin ich Argument für Argument durchgegangen. Und jetzt habe ich die Wahl: meine Vorgesetzten mit Termin-verweigernder Sturheit zur Weissglut treiben (im ersten Arbeitsmonat) oder für die „versäumte“ Sitzung blechen. Und ja, das bedeutet auch, dass ich all meine Terminkonflikte inkl. Ferienabwesenheiten nach dem Terminplan meines Therapeuten zu richten habe. Und das sagt er mir nach 2 Jahren Therapie, so dass eine emotionale Bindung besteht und ich jetzt ein bisschen ratlos da stehe. Vorher gab’s zwar nie eine solche Situation (eigentlich ein Wunder, denn immerhin sehe ich ihn 2x pro Woche) aber er hätte es ja durchaus auch mal ansprechen können. So von wegen Transparenz und so…

5 Kommentare zu „Bei aller Liebe…

      1. Alles gut, ich habe nichts gegen Therapie per se. Finde nur, dass sie heutzutage ein bisschen zu häufig als Allheilmittel oder einzige Lösung verklärt wird. War ja aber auch durchaus augenzwinkernd zu verstehen. 😉

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  1. Also ganz ehrlich – egal, wie lange wir den kennen, wir würden uns ganz schnell aus dem Staub machen. Das ist Willkür und Gaslighting vom Feinsten. Die offiziellen Stellen informieren und uns dort beschweren, würden wir auch.

    @Kevon Schmidt: Vor allem wenn es um Lösungen geht wie – ich weiß besser, was dir hilft UND ich weiß, was dir hilft und du bist nur noch nicht so weit, dass ich es dir erklären könnte und du könntest es verstehen, da warte ich darauf, dass du es selbst erkennst.

    Also manchmal mutet eine Therapie einer Esoteriksitzung sehr ähnlich an.

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    1. Du hast schon recht damit… Aaah ich bin so hin und her gerissen zwischen „Leck mich Dr. Freud ich geh'“ und „eigentlich stört es mich nicht wirklich genug zum Gehen“…. Naja, im Moment bleibe ich wohl für den Anfang noch… Und mache ihm dafür in jeder Sitzung latent ein schlechtes Gewissen 😏

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