Von Bipolarbären und Borderlinecollies*

Selbstironie muss sein… V.a. wenn man selbst ein Bär oder ein Collie ist und bei Ausbildung und Arbeit mit Stereotypen, Vorurteilen und Geläster über eben diese Spezies konfrontiert wird. Dabei gibt es da nicht nur die eine typische Schublade mit dem Stempel einer psychischen Erkrankung drauf, in die dann alle Betroffenen ohne weitere Differenzierung reingeschmissen werden können. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass genau das so passiert. Viel zu schnell und wahrscheinlich nur halb-bewusst. Es ist eben praktisch, wenn so eine Schublade offen bereit steht, so dass man sich einen bewährten Weg der Diagnostik und Behandlung zu Nutze machen kann. Das ist ja per se auch nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Meistens passt das ja sogar ganz gut. Aber eben nicht immer. Denn es gibt Bipolarbären, die eine grosse Medi-Compliance zeigen, überraschend ausgeglichen sind, ihre Frühwarnsymptome erkennen und ernst nehmen und aus ihren Extremphasen Wertvollstes über sich selbst gelernt haben. Es gibt Borderlinecollies, die ihre impulsiven Ausbrüche dezent halten, die ihre intensiven Nähe- und Distanzbedürfnisse in Empathie umwandeln und ihre unsäglichen Emotionszustände als Ressource nutzen können. Und die passen dann nicht so richtig in die vorbereiteten Schubladen…

*Namensgebung von einer Freundin übernommen

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