Ein andermal

Mutter: „Siehst du die da? Das ist jetzt eben die Chantal, von der ich dir erzählt habe. Sie ist so mühsam, hat ganz sicher eine psychische Krankheit, so wie die drauf ist.“

Ich: „Aha. Was, denkst du denn, hat sie für eine psychische Krankheit?“

Mutter: „Borderline.“

Ich: „😐“

Mutter: „Oder dann sonst irgend so ein Aufmerksamkeitsproblem, da bin ich sicher.“

Gegen aussen herrschte dann fünf Minuten lang betretenes Schweigen. Und innerlich ging ich meine Optionen durch: Ist dies wohl der geeignete Zeitpunkt, ihr von meiner Borderline-Diagnose zu erzählen? Wäre es angebracht, jetzt die Psychologin raushängen zu lassen? Soll ich sie in ihrer Meinung bestärken? Was, wenn sie bereits von der Diagnose weiss und das jetzt ein Test ist? Und dann machte sich meine übliche Stress-Paranoia breit und ich entschied, sowohl meine Gedanken wie auch das sich anbahnende Gespräch zu unterbinden. Also schwiegen wir weiter.

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